Internationale Friedensschule Bremen

Ort der Begegnungen der Generationen und Kulturen


Der Kranich als
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Ausstellung
'Rudolf Jacobs – Ein Sohn dieser Stadt'                Rudolf Jacobs

im Wall-Saal der Stadtbibliothek Bremen, Am Wall 201

Vom 08. Juni bis 03. Juli 2011

        RUDOLF JACOBS
        * 26.7.1914, Bremen / + 3.11.1944, Sarzana/Italien
        Seemann, Ingenieur, Offizier der deutschen Kriegsmarine,
        Deserteur und Partisan
        In Italien geehrt - in Bremen vergessen


Rudolf Jacobs entstammt einer bekannten Bremer Architektenfamilie. Nach Jahren der Seefahrt und des Studiums als Bauingenieur wurde er im Herbst 1943 als Kapitänleutnant der Kriegsmarine der verantwortliche Offizier für den Festungsbau in der Hafenstadt La Spezia/Italien.

Die von deutschen Besatzungstruppen begangenen Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung veranlaßten Jacobs im Herbst 1944 sich einer Partisaneneinheit in der Garibaldi-Brigade 'Ugo Muccini' anzuschließen.

Am 3. November 1944 wurde Rudolf Jacobs bei einer Kampfaktion gegen Einheiten italienischer Faschisten in der Stadt Sarzana getötet.

Nach dem Krieg wurde Rudolf Jacobs in Italien vielfach geehrt, u.a. von der Gemeinde Sarzana mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft. In seiner Heimatstadt Bremen ist Rudolf Jacobs hingegen weitgehend unbekannt geblieben.

Mitglieder der Internationalen Friedensschule Bremen haben seit 1989 sein Leben mit Hilfe des Sohnes, Rudolf Jacobs jr., der in Lerici/Italien lebenden Hamburgerin Birgit Schicchi-Tilse und Vertretern der italienischen Gemeinden Marzabotto und Sarzana dokumentiert. Mit einer Unterschriftenaktion wird seit Dezember 2009 für eine öffentliche Ehrung von Rudolf Jacobs in Bremen geworben. Die Unterzeichner sind der Ansicht, daß in der Stadtgemeinde Bremen eine öffentliche Ehrung angemessen ist.

Die Senatskanzlei Bremen hat die Initiative der Friedensschule unterstützt, und der Beirat Vegesack hat im September 2010 beschlossen, eine Gedenktafel für Rudolf Jacobs  im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus zu finanzieren. Der Vorstand des Bürgerhauses hat die Anbringung einer Ehrentafel neben dem Mahnmal des 'Unbekannten Deserteurs' akzeptiert.

Die Mitglieder der Internationalen Friedensschule Bremen hoffen, dass in Bremen Schüler, Lehrer oder Studenten – vielleicht gemeinsam mit italienischen Projektpartnern in Sarzana – weitere Recherchen über das Leben dieses ungewöhnlichen Bremers betreiben. Im März 2007 in Brüssel wurde Rudolf Jacobs von Europaabgeordneten aus Deutschland (Karin Jöns) und Italien (Marta Vincenzi) anlässlich der Buchpräsentation des ital. Regisseurs und Autoren Luigi M. Faccini als einer der Väter Europas bezeichnet.

Artikel des Weser Kurier vom 31. 03. 2007

Artikel des Weser Kurier vom
                32.03.2007


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Vorschlag der Archivgruppe der Internationalen Friedensschule Bremen
für eine Gedenktafel im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack



RUDOLF JACOBS - ein Bremer Bürger

Seemann und Bauingenieur
Kapitänleutnant im 2. Weltkrieg in Italien
Deserteur und Partisan

* 26. Juli 1914 in Bremen
† 3. November 1944 in Sarzana


Mit nahendem Kriegsende mehrten sich die Verbrechen deutscher SS- und Militäreinheiten an der italienischen Zivilbevölkerung. Rudolf Jacobs war seit 1943 als Kapitänleutnant der deutschen Kriegsmarine zuständig für den Festungsbau in La Spezia. Er setzte sich ein für die Rechte der Zivilbevölkerung und desertierte im Spätsommer 1944. Rudolf Jacobs schloss sich den Partisanen der internationalen Garibaldi-Einheit Ugo Muccini an; er starb am 3. November 1944 bei einem Angriff auf die Kaserne der faschistischen Miliz in Sarzana.

Rudolf Jacobs Engagement wird in Italien vielfach gewürdigt: Er erhielt 1947 das Diploma di Medaglia Garibaldina der Garibaldi-Brigade und die Stadt Sarzana ehrte ihn 1953 mit einer Gedenktafel; das Verteidigungsministerium verlieh ihm 1972 die Medaglia d’Argento al valor militare und die Stadt Sarzana 1979 die Ehrenbürgerschaft; in Parma wurde 1995 die Straße Via Rudolf Jacobs nach ihm benannt.

Bürger der Gemeinden La Spezia, Lerici und Sarzana verehren Rudolf Jacobs bis heute. Mit seinem Einsatz für Freiheit und Menschenrechte ist er ein Vorbild für die Menschen im vereinten Europa.


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Initiative für eine öffentliche Ehrung von
Rudolf Jacobs in seiner Heimatstadt Bremen

         Rudolf Jacobs       
    *  26.7.1914 in Bremen    +  3.11.1944 in Sarzana/Italien


Eine Nachbetrachtung
zum  ARCHIV-Gespräch der Friedensschule im 'BAMBERGER-Saal'
in Bremen  am 9. Juni 09

Im Begleitprogramm zur Ausstellung Rudolf Jacobs - „Was damals Recht war...“, Soldaten und Zivilisten vor den Gerichten der Wehrmacht -

referierte Gerd Meyer vom Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen' am 9. Juni 09 über die Lebensgeschichte des gebürtigen Bremers Rudolf Jacobs als Seemann, Ingenieur, Marineoffizier und als Deserteur und Partisan in Italien.



In Italien wurde Rudolf Jacobs nach 1945 vielfach geehrt, in Bremen ist er weitgehend unbekannt geblieben.

Rudolf Jacobs entstammt einer bekannten Bremer Architektenfamilie. Nach dem Abitur und einer Ausbildung als Seemann Anfang der 30er-Jahre studierte Jacobs Bauwesen und Architektur in Bremen, Hannover und Braunschweig. Nach einem Einsatz als Ingenieur beim Festungsbau im Elsass (Organisation Todt), wo er jüdischen Kollegen zur Flucht nach Frankreich verhalf, wurde Rudolf Jacobs zur Kriegsmarine eingezogen und am  25. Sept. 1943 als verantwortlicher Marineoffizier (Kapitänleutnant) für den Festungsbau in die Hafenstadt La Spezia/Italien abkommandiert.

Die von deutschen Besatzungstruppen begangenen Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung veranlaßten Jacobs im Herbst 1944, sich den italienischen Partisanen in der Garibaldi-Brigade 'Ugo Muccini' in der Region Sarzana anzuschließen. Am 3. November 1944 wurde Rudolf Jacobs beim Angriff gegen eine Kaserne der italienischer Faschisten im Zentrum der Stadt Sarzana getötet.

Die Gemeinde Sarzana ehrte Rudolf Jacobs nach dem Krieg posthum mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft und brachte am Ort seines Todes, dem zentralen Platz der Stadt, eine Ehrentafel an. Auf dem Friedhof in Sarzana wird sein Ehrengrab gepflegt. Anläßlich des Todestages von Rudolf Jacobs findet in Sarzana jährlich im Nov., unter großer öffentlicher Teilnahme und der Mitwirkung von Schulklassen, eine Gedenkveranstaltung statt. Das italienische Verteidigungsministerium verlieh Jacobs am 24. Juni 1972 die Silbermedaille des Verdienstordens.

2003 wurde in der Stadt Parma eine Straße nach Jacobs benannt. Der Bürgermeister der Stadt hatte den Bremer Bürgermeister, Dr. Henning Scherf, zur Teilnahme an der Veranstaltung  nach Parma eingeladen. Die Familie Jacobs war seit Ende der 50er-Jahre mehrmals Gast der Gemeinde Sarzana.

In Bremen ist Rudolf Jacobs, der Beschützer der italienischen Zivilbevölkerung  im Raum La Spezia/Sarzana, trotz der jahrelangen Bemühungen der Friedensschule, bisher weitgehend unbekannt geblieben. Doch im März 2007 wurde in Brüssel die Jacobs-Dokumentation des italienischen Autors/Regisseurs Luigi M. Faccini von der EU-Abgeordneten Marta Vincenzi in der Reihe 'Die kleinen Väter Europas' vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen auch die deutschen Abgeordneten Martin Schulz/Vs.SPD-Fraktion und Karin Jöns/MdEP,Bremen teil.

Schon 1984 hatte das ital. Fernsehen (RAI 1) die  90 minütige Filmdokumentation 'Il Tradimento?' (Der Verrat) des Regisseurs A. Giannarelli gezeigt, und in der Presse  gab es über den 'Käpitänleutnant, Deserteur und Partisanen' Rudolf Jacobs (Die Zeit u.a.) mehrere Beiträge. Vielen Menschen in Italien ist sein Name und sein Schicksal bekannt. In Wohnungen italienischer Familien in der Region La Spezia sind Bilder oder Fotos von Rudolf Jacobs zu finden. Mitglieder der Friedensschule haben seit 1986 vielfältige Formen der Dokumentation  und Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um auf das Leben und Wirken von Rudolf Jacobs  öffentlich aufmerksam zu machen.

Gespräche mit Zeitzeugen und Historikern in La Spezia,Lerici, Sarzana und Marzabotto
Gespräche mit Angehörigen der Familie Jacobs in Deutschland
Einweihung des 'Casa Marzabotto' mit Vertretern der Gemeinden aus Marzabotto und Sarzana (Dante Cruicchi, Paolo Ranieri ) und Bremens (Hans Koschnick)
Berichte im 'Freundeskreis Marzabotto' im Bürgerhaus Vegesack
Berichte vor Campteilteilnehmern in Marzabotto und Bremen
Teilnahme an Gedenkfeiern in Sarzana und Marzabotto
Presserichte: WESER-KURIER u.a.
Fernsehberichte: zuletzt eine DoKu im Jahr 2005 von Buten & Binnen aus Sarzana
Ausstellung 'Rudolf Jacobs – ein Sohn dieser Stadt'
ARCHIV-Gespräche in Bremen (u.a. im Juni 09 im BAMBERGER-Haus in Bremen)



Wir sind der Ansicht, daß das menschliche Verhalten dieses Bremer Bürgers,während der deutschen Besetzung Italiens im 2. Weltkrieg gegenüber der italienischen Zivilbevölkerung, auch in Bremen öffentlich gewürdigt werden sollte.

Die italienische Partnergemeinde Vegesacks, Marzabotto, liegt in der Nachbarschaft von Sarzana und den Hafenstädten La Spezia und Lerici. Die ehemaligen Bürgermeister, Dante Cruicchi in Marzabotto  und Hans Koschnick in Bremen, machten die Teilnehmer der Friedenscamps in Marzabotto und Bremen Mitte der 80er-Jahre  auf das Schicksal des Bremers Rudolf Jacobs aufmerksam.

1989 fuhren  Mitglieder der Friedensschule mit dem in Hamburg lebenden Sohn, Rudolf Jacobs jr.,nach La Spezia, Lerici und Sarzana, und interviewten dort Zeitzeugen 'vor Ort'. Mit der Hilfe von Rudolf Jacobs jr. und in Italien und Deutschland lebenden Historikern und Zeitzeugen wurden Lebensdaten von Rudolf Jacobs geklärt. Schließlich  konnte 1990 im Bürgerhaus Vegesack die Ausstellung „Rudolf Jacobs - Ein Sohn dieser Stadt“ eröffnet werden. Bei der Eröffnung der Ausstellung, und der Einweihung des 'Casa Marzabotto' auf dem damaligen Gelände der Jugendbildungsstätte 'LidiceHaus' in Bremen/Skt. Magnus, waren auch die Bürgermeister und weitere offizielle Vertreter aus den  Gemeinden Marzabotto und Sarzana anwesend.

In Verbindung mit dem Mahnmal des 'Unbekannten Deserteurs', das seit 1986 im Foyer des G.H. Bürgerhauses steht und das damals für heftige öffentliche Reaktionen sorgte, sowie im Zusammenhang der 2009 im Bremer Rathaus gezeigten Ausstellung
    'Was damals Recht war ..' - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht -

erscheint den Mitarbeitern der Friedensschule die öffentliche Auseinandersetzung in Bremen mit der Lebensgeschichte von Rudolf Jacobs wichtig. Marta Vincenci und weitere italienische EU-Abgeordnete sehen in Rudolf Jacobs eine positive Leitfigur für die gemeinsame europäische Kulturgeschichte und Identität. Jacobs gehört für sie zu dem Kreis der 'Väter und Mütter Europas'

Die Mitarbeiter der Friedensschule hoffen, daß sich Lehrer und Schüler auf die 'Spurensuche' begeben, um sich mit dem Leben und den Motiven dieses menschlich handelnden Bremer Bürgers  auseinanderzusetzen.

Wir sind der Ansicht, daß die Stadtgemeinde Bremen eine öffentliche Ehrung für Rudolf Jacobs vornehmen sollte, indem eine öffentliche Namensgebung beschlossen wird. Zu  einer entsprechenden Veranstaltung sollten die Familie Jacobs und Vertreter der betroffenen  italienischen Gemeinden eingeladen werden.

Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen
im G.H. Bürgerhaus Vegesack

Bremen, den 9. Dez. 09

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