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40 Jahre Freundschaft zwischen
Marzabotto und Bremen-Vegesack

Zum Jubiläum haben uns drei Gäste aus unserer Partnergemeinde besucht:
- 31.5. bis 5.6.2026 Valter Cardi, Präsident des Komitees für die Ausrichtung der jährlichen Feierlichkeiten in Marzabotto am 25.4, Präsident des Komitees zur Ehrung der Opfer
- 31.5. bis 5.6.2026 Patrizia Zanasi (Kommunalpolitikerin von Marzabotto), die unsere Städtepartnerschaft seit 20 Jahren mit uns organisiert. Mitglied ANEI Associazione Nazionale Ex Internat ( Nationale Organisation der Exinternierten in Nazilager)
- 4.6. bis 5.6.2026 Andrea de Maria Bürgermeister in den 1990iger Jahren in Marzabotto und heute im italienischen Parlament in Rom in der Partei PD
Den Besuch haben wir integriert in die Italienischen Kulturtage 2026, die von der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen veranstaltet wurden. 1986 ist das erste Mal eine Gruppe aus Bremen Nord nach Marzabotto gereist, um dort ein Workcamp durchzuführen. Der Kontakt ist damals entstanden durch die Aktivität von Bürgermeister Hans Koschnick in Bremen und Dante Cruichi, dem Bürgermeister in Marzabotto. In der Region Marzabotto hat 1944 das schrecklichste Massaker von Italien stattgefunden. Fast 1000 hauptsächlich Frauen und Kinder sind damals von deutschen Soldaten und der SS in der Region ermordet worden.
Am 31.5.2026 hat Frau Zanasi auf dem Treffpunkt der Kulturen sehr emotional die Geschehnisse in Marzabotto beschrieben und von ihrem Vater berichtet, der als Militärinternierter das Lager Mauthausen überlebt hat.
Ein Film über den Flugzeugabsturz am Flughafen Bremen, bei dem 1966 SportlerInnen des italienischen Schwimm-Nationalteams tödlich verunglückt sind, beeindruckte nicht nur die italienischen Gäste.

Am Dienstag 2.6. 2026 besuchten wir den Bunker Valentin. Frau Zanasi legte Blumen von ANEI am Mahnmal nieder. Der Leiter des Denkorts Bunker Valentin Dr. Marcus Meyer zeigte uns sehr wertvolle Originalunterlagen über Häftlingsschicksale italienischen Zwangsarbeiter. Die Unterlagen werden in Zukunft aufgearbeitet. Frau Zanasi hatte großes Interesse, sich an der Forschung zu beteiligen.
In Vegesack waren wir am Mittwoch beim Ortsamtsleiter Sgolik eingeladen. Das Gespräch beinhaltete weitere Aktivitäten der Städtepartnerschaft. Von Herrn Valter Cardi wurde eine Einladung nach Marzabotto für den 25.4.2027 ausgesprochen. In Italien ist der 25.4. einer der wichtigste Feiertage. Es ist der Tag der Befreiung vom Faschismus. Eine Idee ist es, den Jugendbeirat ein Seminar an der Jugendbildungsstätte Monte Sole zu begeistern. Der Sprecher des Jugendbeirats hat sich auf unserem Fest am Nachmittag über entsprechende Möglichkeiten informiert..

Das Freundschaftsfest im Bürgerhaus war mit über 60 Teilnehmern sehr gut besucht. Valter Cardi und Patrizia Zanasi stellten mit Fotos die Gemeinde und die Bedeutung der Friedensarbeit in Marzabotto vor. Eingeladen war auch Dr, Henning Scherf, der 1988 als Mitglied des Bremer Senats eines der ersten Workcamps besucht und unterstützt hat. Er bekannte sich zu seiner Entscheidung den Kriegsdienst verweigert zu haben.“Wir dürfen nicht aufgeben, für eine Welt ohne Mordtaten zu werben, Freunde zu finden und füreinander da zu sein“, sagte er. Sehr interessant war der Beitrag des LidiceHauses. Frau Koch berichtete von Seminaren, die mit Jugendlichen in Bremen, in Marzabotto und in Lidice durchgeführt worden sind. So ergab sich ein Austausch von jungen Menschen zwischen den Partnerschaften.

Mit dem Abgeordneten Andrea de Maria aus Rom hatten wir am Donnerstag einen Empfang bei der Präsidentin der Bürgerschaft Frau Grotheer. Die Diskussion drehte sich um Städtepartnerschaften. Momentan besteht großes Interesse, die Orte der Ukraine zu beteiligen und Dreieckspartnerschaften zu bilden.

Beim Kochkurs am Nachmittag war Patrizia Zanasi sehr gefordert. Ursprünglich wollte eine Sterneköchin die Gruppe begleiten. Leider gab es aber einen plötzlichen Todesfall in der Familie und sie konnte nicht nach Bremen reisen. Das Menü aus der Emilia Romagna wurde dennoch gekocht und die Freunde der Friedensschule haben es genossen.


Am Freitag informierte sich der Abgeordnete aus Rom sich am Denkort Bunker Valentin. Bei seiner ersten Besichtigung in den 1990iger Jahren gab es noch kein Museum und man war vor der Besichtigung auf das Wohlwollen der Bundeswehr angewiesen. Dr. Marcus Meyer stimmte die Führung auf die Interessen des italienischen Abgeordneten ab.
Am Nachmittag waren wir ein weiteres Mal in der Bürgerschaft. Der Abgeordnete Elombo Bolayela zeigte uns das Parlamentsgebäude und diskutierte mit uns über die ungerechte Vermögensverteilung in der Gesellschaft. Auch die Möglichkeit der Einflussnahme des Parlaments auf die rechte Regierung in Italien wurde besprochen. Andrea de Maria interessierte sich für den Umgang mit der AFD in Deutschland.

Ergebnis:
Frau Zanasi und Herr De Maria werden eine Kooperation mit dem Denkort Bunker anstreben. Voraussichtlich wird Frau Trouvé im September nach Bologna eingeladen.
Wir werden versuchen, den Jugendbeirat Vegesack für ein Seminar am Monte Sole zu interessieren. Herr Sgolik wurde zum Tag der Befreiung 2027 nach Marzabotto eingeladen.
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