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Franco-Paselli Friedenspreis
Franco Paselli
war erst 30
Tage alt, als Einheiten der 16. SS-Panzergrenadierdivision
'Reichsführer-SS' unter dem Kommando von SS-Sturmbannführer Walter
Reeder am 29.- 30.9.1944 auch in den Gemeinden Marzabotto, Monzuno und
Grizzana – in der Region Bologna in Italien - Kriegsverbrechen an der
italienischen Zivilbevölkerung verübten.
Über 770
Menschen, darunter weitere neun Angehörige der Familie Paselli, wurden
innerhalb der folgenden Tage ermordet.Der Tod traf fast ausschließlich
Kinder, Frauen und ältere Männer.
Trotz dieser
von deutschen Soldaten begangenen Kriegsverbrechen wurden nach 1985 die
Gemeinde Marzabotto und die im Parco Monte Sole gelegene Friedensschule
(Scuola della Pace) zu Partnern der internationalen Friedenscamps und
Seminare des Projektes 'Internationale Friedensschule Bremen' im
G.H.-Bürgerhaus Vegesack.
1991 wurde auf dem Gelände des
ehemaligen Lidice-Hauses in St. Magnus ein Gästehaus der
Jugendbildungsstätte umbenannt in
'Casa Marzabotto' - Franco
Paselli
Die öffentliche
Namensgebung fand in Anwesenheit von Angehörigen der Familie Paselli,
den Bürgermeistern und weiteren Gemeindevertretern aus Marzabotto und
Sarzana statt. Über siebzig Mitglieder des Chores 'Val di Reno',
der
Bremer Bürgermeister Hans Koschnick und weitere Vertreter des Bremer
Senats und der Bremen-Norder Beiräte sowie zahlreiche Mitglieder der
Friedensschule und Bürgern au der Region Bremen nahmen teil. Durch den
Umzug des Lidice-Hauses nach Bremen im Jahr 2007 wurde das 'Casa
Marzabotto' leider wieder aufgelöst.
1992 wurde ein offizieller Freundschaftsvertrag zwischen
den
Gemeinden
Marzabotto und Vegesack abgeschlossen nachdem gegenseitige
Besuche in den Partnergemeinden stattgefunden hatten. Auch
Schulklassen, Kulturgruppen und Vereine nahmen an dem
Austauschprogrammen der Friedensschulen in Bremen und Marzabotto teil.
Seit 1985 haben sich über 1200 junge und ältere Bürger in ihren
Gemeinden besucht. Weitaus mehr Menschen nahmen an den jeweiligen
Besucherprogrammen teil.
2002 hatte Bundespräsident Johannes Rau gemeinsam
mit
dem
italienischen
Staatspräsidenten
Carlo
Azeglio
Ciampi
die
Gemeinde
Marzabotto
und
die Friedensschule im 'Parco Monte Sole'
besucht. Johannes Rau sprach von 'Trauer und Scham', die er angesichts
der von Deutschen begangenen Kriegsverbrechen empfinde.
2007 fand in Marzabotto zunächst
das letzte Friedenscamp mit Bremer
Beteiligung statt. Seit 1986 wurden in den Sommermonaten
zweiwöchige internationale Camps, jährlich wechselnd in Marzabotto oder
Bremen, für Menschen 'aller Generationen und Kulturen' angeboten.
Wochenseminare mit Vertretern anderer Friedensinitiativen finden weiter
statt.
Seit 1998 wird
der Franco Paselli-Friedenspreis
von der 'Internationalen Friedensschule Bremen' an Personen und
Institutionen vergeben, die sich in vorbildlicher Weise für die
Erinnerungskultur und die internationale Versöhnungsarbeit zwischen
Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur einsetzen.
Friedenspreisträger seit 1998
1998
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Friedensinitiative Mladi
Most
in
(West-)Mostar/Bosnien-Herzegowina
Skulptur von Horst Gollek
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1999
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Klaas Touber
Almere, Holland
überlebender Häftling des
A+E Lagers Farge
Skulptur von Horst Gollek
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2000
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Rolf Rübsam
Lehrer und Historiker,
Bremen
und
Andre Migdal, + 20.2.2007 in Paris
ehemaliger Häftling des
KZ-Neuengamme / AK Farge
Überlebender des
Todesmarsches im April 1945
Skulpturen von Adolf Ebner
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2001
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Bürger der Comune
Marzabotto in Italien
und
Fritz Stein, + 21.2.2003 in Bremen
Bildhauer
Fritz Stein gestaltete
auch das Mahnmal 'Vernichtung durch Arbeit'
für die Opfer beim Bau des
U-Boot-Bunkers in Farge
Skulptur von Klaus
Siegert, +Jan.07 in Bremen
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2002
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Ewald Hanstein, + 4.9.2009 in Bremen
ehemaliger
Landesvorsitzender der
im Lande Bremen lebenden
Sinti und Roma,
überlebender Häftling u.a.
im KZ-DORA/Nordhausen
und
Rainer Habel p.m., +26.2.2002 in Bremen
ehemaliger
Landesvorsitzender der AVS in Bremen
Die Preise wurden im
Rahmen der 2. 'Cantate pour la Vie'
im Bunker Farge und der
Netzwerktagung
der Friedensschulen und
Initiativen in Bremen
am 5. Mai 2002 übergeben
Skulpturen von Klaus
Siegert (+ Jan. 2007) und Adolf Ebner
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2003
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Amicale Belge de
Neuengamme
und die
Friedensinitiative
Nordbremer BürgerInnen gegen den Krieg
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2004
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Friedenspreis wurde nicht vergeben
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2005
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Ursula Kongi, +
18.7.2010 in Bremen
für den Freundeskreis
Marzabotto in Bremen
Skulptur von Klaus
Schiesewitz
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2006
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Friedenspreis wurde nicht vergeben
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2007
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Dr. Klaus Volland
Leiter der
Dokumentationsstätte Sandbostel
Stellv. Vorsitzender des
Vereins Doku- und Gedenkstätte
Sandbostel e.V, bis 2007
Lehrer am Gymnasium Bremervörde
und
Anna Dainesi
Überlebende der deutschen
Kriegsverbrechen
im Oktober 1944 in
Marzabotto/Italien.
Seit dem ersten
Friedenscamp im Jahr 1985 ist Anna Dainesi
mit ihrer Familie uns
freundschaftlich verbunden.
Skulpturen von Adolf Ebner
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2008
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Dr. Ernst Uhl
Initiator der
Lidice-Initiative Bremen
Ehrenbürger der Gemeinde
Lidice / Tschechien
Skulptur von Adolf Ebner
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2009
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Robert Milbradt
und
Eike Hemmer
und
die Geschichtsgruppe der
Kollegen und Vertrauensleute
beim Betriebsrat des
Stahlwerks Bremen
Skulpturen von Adolf Ebner
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Der Kranich als Glücks- und
Friedenssymbol

Die Kranich-Skulpturen für den Friedenspreis werden von Mitgliedern der
Metallwerkstatt im G.H.-Bürgerhaus Vegesack angefertigt. Sie lassen
sich inspirieren vom Modell der Kranich-Skulptur, die der am 21.2.2003
verstorbene Künstler Fritz Stein
aus Bremen 1998 entworfen hatte.
Fritz Stein war Mitglied im Kuratorium des Projektes 'Internationale
Friedensschule Bremen' und erhielt 2001 den Friedenspreis – gemeinsam
mit den Bürgern der Gemeinde Marzabotto in Italien.
1998 gewann Fritz den Kunstwettbewerb der Friedensschule, in dem die
beste Gestaltungsidee des Kranichs als Symbol der Friedensschule
gesucht wurde.
Eine große Metallskulptur des
Kranichsymbols befindet sich seit dem 8. Mai 2001 vor dem Eingang des
G.H.-Bürgerhauses Vegesack an der Kirchheide. Sie wurde von den
Mitgliedern der Metallwerkstatt im Bürgerhaus Vegesack hergestellt.
Der Kranich ist das Friedenssymbol des
Berliner Kinder-und
Jugendensembles 'SADAKO'
und wurde mit dessen Zustimmung von der Internationalen
Friedensschule Bremen übernommen. Der Chorleiter des Ensembles SADAKO,
der Komponist Michael Letz, komponierte 2000 zur 'Cantate pour la Vie' die Musik.
Der Text stammt von dem ehemaligen Farger Lagerhäftling André Migdal.
André wurde 2000 der Friedenspreis verliehen. Er ist am 20.2.2002 in
Paris verstorben.
In den Jahren 2000 und 2002 wurde die Cantate vom Chor SADAKO und mehr
als 100 mitwirkenden Künstlern im Bunker Farge aufgeführt (CD 'Cantate
pour la Vie').
Der Name 'SADAKO' geht zurück
auf das beim US-Atombombenangriff auf Hiroshima am 6. August 1945
tödlich verstrahlte Mädchen
Sadako Sasaki, *7.1.1943, + 25.10.1955
Sadako versuchte, 1000 Kraniche mit Hilfe der Origami-Technik
zu falten. Sie glaubte einer japanischen Legendenerzählung, dass sie
dadurch überleben würde. Sadako starb jedoch am 25. Oktober 1955,
nachdem sie über 643 Papierkraniche gefaltet hatte.
Der Kranich wurde zu einem weltweit bekannten Friedenssymbol.
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