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Friedenspreis Franco Paselli 2011
Seit 2005 haben sich Schüler, Lehrer und Meister des
Schulzentrums an der Alwin-Lonke-Straße gemeinsam mit
Mitgliedern der Internationalen Friedensschule Bremen in
Projekten der Stadtteilkulturarbeit engagiert, die an die
Opfer des Faschismus „vor unserer Haustür“ in Bremen
erinnern:
Mitwirkung bei der öffentlichen Setzung
von Stolpersteinen
des Kölner Künstlers Gunter Demnig
künstlerischer Entwurf sowie bauliche
Gestaltung des
Mahnmals „Stein der Hoffnung“
auf der Gedenkstätte „Rosen für die
Opfer“ in Bremen-Blumenthal
Für dieses Engagement verleiht ihnen das Projekt Internationale
Friedensschule Bremen im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus
Vegesack den Friedenspreis Franco Paselli 2011.
Bremen am 15.12.2011
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Franco-Paselli Friedenspreis
Franco Paselli
war erst 30 Tage alt, als Einheiten der 16.
SS-Panzergrenadierdivision 'Reichsführer-SS' unter dem
Kommando von SS-Sturmbannführer Walter Reeder am 29.-
30.9.1944 auch in den Gemeinden Marzabotto, Monzuno und
Grizzana – in der Region Bologna in Italien -
Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung
verübten.
Über 770 Menschen, darunter weitere neun Angehörige der
Familie Paselli, wurden innerhalb der folgenden Tage
ermordet. Der Tod traf fast ausschließlich Kinder, Frauen
und ältere Männer.
Trotz dieser von deutschen Soldaten begangenen
Kriegsverbrechen wurden nach 1985 die Gemeinde Marzabotto
und die im Parco Monte Sole gelegene Friedensschule
(Scuola della Pace) zu Partnern der internationalen
Friedenscamps und Seminare des Projektes 'Internationale
Friedensschule Bremen' im G.H.-Bürgerhaus Vegesack.
1991 wurde auf dem Gelände des ehemaligen
Lidice-Hauses in St. Magnus ein Gästehaus der
Jugendbildungsstätte umbenannt in
'Casa Marzabotto' - Franco Paselli
Die öffentliche Namensgebung fand in Anwesenheit von
Angehörigen der Familie Paselli, den Bürgermeistern und
weiteren Gemeindevertretern aus Marzabotto und Sarzana,
über siebzig Mitgliedern des Chores 'Val di Reno', des
Bremer Bürgermeisters Hans Koschnick und weiteren
Vertretern des Bremer Senats und der Bremen-Norder Beiräte
und zahlreichen Mitarbeitern der Friedensschule und
Bürgern aus der Region Bremen statt. Leider wurde durch
den Umzug des Lidice-Hauses nach Bremen im Jahr 2007 das
'Casa Marzabotto' aufgelöst.
1992 wurde ein offizieller Freundschaftsvertrag
zwischen den Gemeinden Marzabotto und Vegesack
abgeschlossen. Vertreter der Gemeinden haben sich
wiederholt gegenseitig eingeladen und besucht. Auch
Schulklassen, Kulturgruppen und Vereine haben an dem
Austausch der Friedensschulen in Bremen und Marzabotto
teilgenommen. Seit 1985 haben sich über 1200 junge und
ältere Bürger in ihren Gemeinden besucht. Weitaus mehr
Menschen haben an den Besucherprogrammen teilgenommen.
2002 hat Bundespräsident Johannes Rau gemeinsam
mit dem italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio
Ciampi die Gemeinde Marzabotto und die Friedensschule im
'Parco Monte Sole' besucht. Johannes Rau sprach von
'Trauer und Scham', die er angesichts der von Deutschen
begangenen Kriegsverbrechen empfinde.
2007 fand in Marzabotto zunächst das letzte Friedenscamp
mit Bremer Beteiligung statt. Seit 1986 hatten wir
in den Sommermonaten zweiwöchige internationale Camps,
jährlich wechselnd in Marzabotto oder Bremen, für Menschen
'aller Generationen und Kulturen' angeboten.
Wochenseminare mit Vertretern anderer Friedensinitiativen
finden weiter jährlich in der Friedensschule Marzabotto
statt.
Seit 1998 wird der Franco Paselli-Friedenspreis
von der 'Internationalen Friedensschule Bremen' an
Personen und Institutionen vergeben, die sich in
vorbildlicher Weise für die Erinnerungskultur und die
internationale Versöhnungsarbeit zwischen Menschen
unterschiedlicher Herkunft und Kultur einsetzen.
Friedenspreisträger seit 1998
1998
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Friedensinitiative Mladi Most
in (West-)Mostar/Bosnien-Herzegowina
Skulptur von Horst Gollek
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1999
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Klaas Touber
Almere, Holland
überlebender Häftling des A+E Lagers Farge
Skulptur von Horst Gollek
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2000
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Rolf Rübsam
Lehrer und Historiker, Bremen
und
Andre Migdal, + 20.2.2007 in Paris
ehemaliger Häftling des KZ-Neuengamme / AK Farge
Überlebender des Todesmarsches im April 1945
Skulpturen von Adolf Ebner
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2001
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Bürger der Comune Marzabotto in Italien
und
Fritz Stein, + 21.2.2003 in Bremen
Bildhauer
Fritz Stein gestaltete auch das Mahnmal
'Vernichtung durch Arbeit'
für die Opfer beim Bau des U-Boot-Bunkers in
Farge
Skulptur von Klaus Siegert, +Jan.07 in Bremen
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2002
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Ewald Hanstein, + 4.9.2009 in
Bremen
ehemaliger Landesvorsitzender der
im Lande Bremen lebenden Sinti und Roma,
überlebender Häftling u.a. im KZ-DORA/Nordhausen
und
Rainer Habel p.m., +26.2.2002 in
Bremen
ehemaliger Landesvorsitzender der AVS in Bremen
Die Preise wurden im Rahmen der 2. 'Cantate pour
la Vie' im Bunker Farge und der Netzwerktagung
der Friedensschulen und Initiativen in Bremen
am 5. Mai 2002 übergeben
Skulpturen von Klaus Siegert (+ Jan. 2007) und
Adolf Ebner
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2003
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Amicale Belge de Neuengamme
und die
Friedensinitiative
Nordbremer BürgerInnen gegen den Krieg
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2004
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Friedenspreis wurde nicht vergeben
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2005
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Ursula Kongi,
+ 18.7.2010 in Bremen
für den Freundeskreis Marzabotto in Bremen
Skulptur gestaltet von Klaus Schiesewitz
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2006
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Friedenspreis wurde nicht vergeben
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2007
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Dr. Klaus Volland
Leiter der Dokumentationsstätte Sandbostel
Stellv. Vorsitzender des Vereins Doku- und
Gedenkstätte Sandbostel e.V, bis 2007 Lehrer am
Gymnasium Bremervörde
und
Anna Dainesi
Überlebende der deutschen Kriegsverbrechen
im Oktober 1944 in Marzabotto/Italien.
Seit dem ersten Friedenscamp im Jahr 1985 ist
Anna Dainesi mit ihrer Familie uns
freundschaftlich verbunden.
Skulpturen gestaltet von Adolf Ebner
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2008
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Dr. Ernst Uhl
Initiator der Lidice-Initiative Bremen
Ehrenbürger der Gemeinde Lidice / Tschechien
Skulptur gestaltet von Adolf Ebner
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2009
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Robert Milbradt
und
Eike Hemmer
Ehemalige Betriebsräte des Stahlwerks
Bremen Gründer einer betrieblichen
Geschichtsgruppe und Buchautoren von
Dokumentationen über den Bau des Bunkers
'Hornisse' und des Schicksals von
Zwangsarbeitern auf der damaligen 'Norddeutschen
Hütte'
Skulpturen gestaltet von Adolf Ebner
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2010
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die
Kollegengruppe
beim Betriebsrat des Stahlwerks Bremen
Skulptur gestaltet von Adolf Ebner
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2011
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Schüler, Lehrer
und Meister
vom Schulzentrum Alwin-Lonke-Strasse
Mitwirkende bei der öffentlichen Verlegung der
,Stolpersteine' für die Opfer des Faschismus in
Bremen und künstlerische und bauliche Gestaltung
des 'Stein der Hoffnung' auf der Gedenkstätte
'Rosen für die Opfer des Faschismus in den
NS-Lagern auf der Bahrsplate in Blumenthal
Skulptur gestaltet von Adolf Ebner
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Der Kranich als Glücks- und Friedenssymbol
Die Kranich-Skulpturen für den Friedenspreis werden von
Mitgliedern der Metallwerkstatt im G.H.-Bürgerhaus
Vegesack angefertigt. Sie lassen sich inspirieren vom
Modell der Kranich-Skulptur, die der am 21.2.2003
verstorbene Künstler Fritz
Stein aus Bremen 1998 entworfen hatte.
Fritz Stein war Mitglied im Kuratorium des Projektes
'Internationale Friedensschule Bremen' und erhielt 2001
den Friedenspreis – gemeinsam mit den Bürgern der Gemeinde
Marzabotto in Italien.
1998 gewann Fritz den Kunstwettbewerb der Friedensschule,
in dem die beste Gestaltungsidee des Kranichs als
Friedenssymbol gesucht wurde.
Eine große Metallskulptur
des Kranichsymbols befindet sich seit dem 8. Mai 2001 vor
dem Eingang des G.H.-Bürgerhauses Vegesack an der
Kirchheide. Sie wurde von den Mitgliedern der
Metallwerkstatt im Bürgerhaus Vegesack hergestellt.
Der Kranich ist das Friedenssymbol des
Berliner Kinder-und Jugendensembles 'SADAKO'
und wurde mit dessen Zustimmung von der Internationalen
Friedensschule Bremen übernommen. Der Chorleiter des
Ensembles SADAKO, der Komponist Michael Letz, komponierte
2000 zur 'Cantate pour
la Vie' die Musik. Der Text stammt von dem
ehemaligen Farger Lagerhäftling André Migdal. André wurde
2000 der Friedenspreis verliehen. Er ist am 20.2.2002 in
Paris verstorben.
In den Jahren 2000 und 2002 wurde die Cantate vom Chor
SADAKO und mehr als 100 mitwirkenden Künstlern im Bunker
Farge aufgeführt (CD 'Cantate pour la Vie').
Der Name 'SADAKO'
geht zurück auf das beim US-Atombombenangriff auf
Hiroshima am 6. August 1945 tödlich verstrahlte Mädchen
Sadako Sasaki, *7.1.1943, + 25.10.1955
Sadako versuchte, 1000 Kraniche mit Hilfe der
Origami-Technik zu falten. Sie glaubte einer japanischen
Legendenerzählung, dass sie dadurch überleben würde.
Sadako starb jedoch am 25. Oktober 1955, nachdem sie über
643 Papierkraniche gefaltet hatte.
Der Kranich wurde zu einem weltweit bekannten
Friedenssymbol.
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