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IN MEMORIAM ROLF RÜBSAM

* 18.05.1937 † 11.02.2021 in Bremen

Rolf Rübsam

Rolf Rübsam (li.) mit Wiltrud Ahlers (m.) und Karsten Ellebrecht (re.) 2013 auf der Bahrsplate

Rolf Rübsam hat sich als Lehrer für Deutsch und Geschichte und auch nach seiner Pensionierung besonders für die Erinnerung an die verfolgten jüdischen Opfer des NS–Regimes in Bremen eingesetzt.

In Vorträgen, Aufsätzen und Büchern zur Lebensgeschichte der verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger in Bremen wirkte er darauf hin, dass diese Opfer nicht vergessen werden.

Er war Mitbegründer des Vereins "Erinnern für die Zukunft" und Mitglied der Arbeitsgruppe Bremen der Deutsch–Israelischen Gesellschaft (DIG).

Am 3. Januar 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: "Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen".

In diesem Sinne hatte Rolf Rübsam bereits zuvor zwei Bücher verfasst:
1988 "Sie lebten unter uns. Zum Gedenken an die Opfer der Reichskristallnacht 1938 in Bremen und Umgebung"
1992 "Die Brombergers. Schicksal einer Künstlerfamilie"
2004 erschien der Band "Kinder dieser Stadt. Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Bremern".

Rolf Rübsam war maßgeblich beteiligt an der Erweiterung der 1978 begründeten Gedenkstätte auf dem ehemaligen Grundstück der Aumunder Synagoge Ecke Neue Straße / Aumunder Kirche: Auf einer weißen Mauer befindet sich eine von Ulrich Conrad gestaltete bronzene Gedenktafel; diese weist auf die am 10. November 1938 zerstörte Synagoge hin.

Eine zweite Tafel mit den Namen der damals bekannten jüdischen Opfer aus der Region Bremen–Nord wurde 1998 angebracht und im Gemeindehaus der Aumunder Kirche eine noch heute vorhandene Dauerausstellung eingerichtet; diese zeigt Texte, Bilder und Urkunden der jüdischen Gemeinde in Aumund sowie Objekte der jüdischen Religion und Kultur.

Vollendet wurde die Gedenkstätte 2009 mit der aus 3 Teilen bestehenden Bronzeskulptur von Clarissa Dietrich und einer kleinen Stele zu Ehren von Jakob Wolff, dem ehemaligen Vorsteher der Synagoge. Die Ausschreibung zu dieser Erweiterung erfolgte auf Anregung von Rolf Rübsam.

Bereits 1985 setzte sich Rolf Rübsam dafür ein, dass der im Volksmund "Gummibahnhof" genannte Platz in Burgdamm den Namen "Goldbergplatz" erhielt. Ein Gedenkstein in dessen Mitte erinnert an die Ermordung des Ehepaares Goldberg in der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 (ausführlich beschrieben in "Sie lebten unter uns").
Das Ehepaar wurde auf dem jüdischen Friedhof in Ritterhude bestattet; viele Jahre lang hat Rolf Rübsam diese Grabstelle gepflegt.
Von ihm initiierte Gedenkveranstaltungen auf dem Goldbergplatz finden bis heute am 10. November statt, dem Todestag von Martha und Adolph Goldberg.

Rolf Rübsam ist mehrfach geehrt worden für diese Erinnerungs– und Versöhnungsarbeit:

2000 erhielt er zusammen mit André Migdal (ehemaliger Häftling des KZ Neuengamme, eingesetzt beim Bau des Bunkers in Farge) den Franco–Paselli–Friedenspreis.

Der Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm am 3. Dezember 2012 das Verdienstkreuz am Bande für "beispielhaftes Engagement im Bereich der politischen Bildung".

Am 2. März 2012 erhielt Rolf Rübsam zusammen mit Clarissa Dietrich den Vegesacker Kulturpreis. Der Beirat Vegesack würdigte das "unermüdliche Engagement" des 75–jährigen Rolf Rübsam "gegen das Vergessen der Gräueltaten im Dritten Reich" sowie die Neugestaltung des Jakob–Wolff–Platzes zusammen mit der Bildhauerin Clarissa Dietrich (Namenstafel 1998 und Bronzeskulptur 2009).

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