Internationale Friedensschule Bremen

- Ort der Begegnungen der Generationen und Kulturen -





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Donnerstag, 11. März um 11Uhr (Bürgerkeller)
Einladung zum ARCHIV-Film / Gespräch
'Und wir sind begeistert mitmarschiert'

(Film 48 Min., von Wilhelm Rösing, Bremen, 2003)

Eine bemerkenswerte Gruppe von Zeitzeugen trifft sich seit 1999 im G.H. Bürgerhaus.

Zeitzeugen
Die Gruppe entstand im Zusammenhang des Projektes 'Aktiv im Alter', das von Mitgliedern der Friedensschule in Kooperation mit der Bildungsarbeitsgemeinschaft des DGB Bremen, 'Arbeit und Leben', angeboten wurde.

Als während einer Diskussion im Bürgerhaus Vegesack über die „Verbrechen der Wehrmacht“ Zeitzeugen der NS-Zeit dazu aufgerufen wurden, sich über die in der NS-Zeit erlebte Kindheit und Jugend auszutauschen, meldeten sich Frauen und Männer der Jahrgänge 1919-1935 zur Teilnahme an einen Gesprächskreis.

Mit Unterstützung von Egon Kuhn, einem Mitglied einer schon bestehenden, ähnlichen Zeitzeugengruppe in Hannover-Linden, bildete sich nach einigen Monaten ein fester Mitarbeiterstamm für den Gesprächskreis im Bürgerhaus Vegesack.

In den folgenden Jahren wurden generationstypische Erlebnisse ausgetauscht und verarbeitet. Einige Ergebnisse der gemeinsamen Diskussion sind in dem Film dokumentiert. Noch Heute gehen die Mitglieder der Zeitzeugengruppe 'Kindheit und Jugend im Nazireich' auf Anfrage in die Schulen, um den SchülerInnen ihre Erfahrungen mit den Anfängen und den Folgen der NS-Gewaltherrschaft zu vermitteln, und sie zur tätigen Zivilcourage im Alltag zu ermuntern.

Zur Filmvorführung und der anschließenden Diskussion sind Mitglieder der Zeitzeugengruppe anwesend.
Die Zeitzeugen treffen sich jeden 2. Donnerstag im Monat um 15 Uhr im Bürgerhaus im Raum E52.


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Projekte der

FRIEDENSSCHULE
- Gruppentreffen -

Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen


wöchentlich
Planungstreffen im  Archiv            donnerstags         10-13Uhr

Ini 'Nordbr. Bürger gegen den Krieg'    freitags                 17Uhr
                   
monatlich
ARCHIV-Gespräche mit Gastreferenten        n. Absprache 1X im Monat               
Gesprächsgruppe                     2. Do. im M.          15Uhr
'Kindheit + Jugend im Nazireich'

nach Vereinbarung

    Planung von Camps, Seminaren,Netzwerktreffen des Projektes     'Internationale     Friedensschule Bremen'/Freundeskreis     Marzabotto,Italien mit anderen Friedensschulen und Initiativen
                        *
    Führungen im ehem. U-Boot-Bunker Farge/n.A. auch im Gelände
                        *
    Geschichte der NS-Lager in Bremen-Nord von 1933 bis 1945
    Projekt in der Gedenkstätte 'Rosen für die Opfer', Bahrsplate
    in Koop. mit dem SZ an der Alwin-Lonke-Straße, OA Blum. u.a.                            *
    Mitarbeit im Bremer AK 'Stolpersteine' für die Opfer in der NS-Zeit
                        *

Jahresveranstaltungen

    den Opfern in den NS-Häftlingslagern           So. vor  27. Januar
    von 1933 bis1945                       Jacob-Wolff-Platz

    den Opfern von Krieg und Gewalt                Volkstrauertag imNov.
    in den Lagern auf der Bahrsplate,1941-45    'Rosen für die Opfer'

    der Befreiung vom Naziregime               am  8. Mai 1945 
    Verleihung Friedenspreis 'Franco Paselli'

    den Opfern der Pogromnacht im Nov. 1938     9. /10. November
                                    Jacob-Wolff-Platz   
    aktuelle Vorträge+Ausstellungen                            Projekte+ DIALOG-Foren                Ort+Zeit  n.V.
    den Opfern von Krieg und Gewalt
    Rassismus und Intoleranz

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Archivgruppe der Friedensschule

Jeden Donnerstag von 10.00 bis 12.30 Uhr im Bürgerkeller Archivarbeit

Arbeitsbereiche: - In Bremen und umzu
            - Faschismus
            - Judenverfolgung
            - Marzabotto-Camps und -Seminare
            - Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit
            - Allgemeine Stadtteilgeschichte
            - Region Unterweser
            - Kulturprojekte: Theater, Fest Der Lieder etc.
            - Erarbeitung einer Archivdatenbank


Außer an der Neuordnung unseres Stadtteil-Archivs arbeiten einige von uns an der weiteren Dokumentation der ehemaligen Außenlager in der Nazizeit wie z.B. das KZ-Außenlager Bahrs Plate in Bremen-Blumenthal.

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Monatliche Veranstaltungsreihe ARCHIV-Gespräche mit Gästen im Bürgerhaus Vegesack
Archiv im Bürgerkeller

Die ARCHIV-Gruppe der Friedensschule trifft sich jeden Donnerstag, 10-13 Uhr im Bürgerkeller/Archiv im G.-H.-Bürgerhaus Vegesack. Wir sind an der Mitarbeit von weiteren Bürgern interessiert.

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Projekt Bahrsplate

Termine für neue Treffen des Arbeitskreises auf Anfrage im Bürgerhaus (für eine Erweiterung der Ausstellung). Treffen des Arbeitskreises zur Erstellung einer Dokumentation über die Bahrsplate während des Nationalsozialismus.

Im Frühjahr 2003 wurde in der Rathaushalle Bremen die Ausstellung "Ein KZ wird geräumt" gezeigt. Ein Beitrag der Internationalen Friedensschule Bremen zu dieser Ausstellung war eine Dokumentation des Lagers Bahrsplate (Bremen-Blumenthal) als KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme.

Wer an der Erstellung dieser Dokumentation Interesse hat, ist herzlich zu den jeweiligen Treffen eingeladen. Insbesondere würden wir uns freuen, wenn Blumenthaler BürgerInnen, die aus ihrer Jugend die Bahrs Plate während des Krieges bzw. in der Nachkriegszeit kannten, evtl. sogar noch Bildmaterial besitzen, sich bei uns melden würden. siehe auch Archivgruppentermine der Friedensschule Bremen im Bürgerhaus Vegesack.

Gerd Meyer
Tel. 0170-7311153

gerdmeyer@friedensschule-bremen.de




'NETZWERK-Seminare' von Friedensschulen und Initiativen (in Marzabotto / Italien)

Seit 1985 bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen den Internationalen Friedensschulen im G.H.Bürgerhaus Vegesack und Marzabotto. Jährlich finden mehrmals Begegnungen der Bürger in altersübergreifenden Friedens-Work-Camps und Seminaren statt. Neben den Begegnungen mit befreundeten Familien und Vertretern der Comune Marzabotto werden im 'NETZWERK-Seminar' die Seminarteilnehmer über eigene Projekterfahrungen in der Friedensarbeit berichten und neue inhaltliche und methodische Ansätze vorstellen und diskutieren.

Eingeladen sind interessierte VertreterInnen aus Initiativen der aktiven Friedensarbeit.

Anfragen unter 0421-662115 (Gerd Meyer) bzw Mail: gerdmeyer@nord-com.net

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Führungen im ehemaligen U-Boot-Bunker in Farge


Bunkerführungen im ehem. U-Boot-Bunker 'Valentin' in Farge

Treffpunkt: Bunker-Mahnmal 'Vernichtung durch Arbeit'

TeilnehmerInnen müssen sich verbindlich anmelden unter:
Tel.: 0421-659970  im Bürgerhaus Vegesack
        Mo-Do, 10 – 14 Uhr

Zur Bunkerführung muß der Personalausweis mitgebracht werden. Das Mindesalter  für Besucher beträgt 12 Jahre.

Die Führungen durch Mitarbeiter des Projektes 'Internationale Friedensschule Bremen' im Bürgerhaus Vegesack dauern ca 2 Stunden.

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Volkstrauertag

Sonntag, 14. November 2010, 11:30 Uhr

'Rosen für die Opfer'

Auf dem ehemaligen Lagergelände Bahrs Plate in BlumenthalRosen für die Opfer

Seit Anfang 1940 befanden sich auf der Bahrs Plate in Bremen-Blumenthal Häftlingslager für sog. 'Ostarbeiter'. Im April 1943 wurde ein Teil  des Lagers für Kriegsgefange genutzt. Zwischen diesen Lagerbereichen befand sich außerdem ein Marinegemeinschaftslager.

Von September 1944 bis zum Kriegsende befand sich auf der Bahrs Plate auch ein Außenlager des KZ-Neuengamme. Das Hauptlager-KZ in Hamburg hatte bis Kriegsende über 80 Außenlager in Norddeutschland eingerichtet.

Die Gedenkveranstaltung der Friedensschule erinnert am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewalt, und  in diesem Zussammenhang besonders an die oft vergessenen Opfer des Konzentrationslagers.

Mitarbeiter des Projektes 'Internationale Friedensschule Bremen' erinnern auch an die gegenwärtigen Opfer von Krieg und Gewalt.

* Besucher der Gedenkveranstaltung können Rosen mitbringen



Gerd Meyer: gerdmeyer@friedensschule-bremen.de











Die Initiative Nordbremer BürgerInnen gegen den Krieg

führt weiter wöchentlich ab 17 Uhr eine Friedenskundgebung in der Fußgängerzone durch. Außerdem finden dort donnerstags ab 17 Uhr Geldsammelaktionen zu Gunsten von Projekten in Kriegs- und Krisengebieten statt.

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FLUSSFÜHRER


Menschen am Fluss in der Region Unterweser


Maritimer Informationsaustausch

Planung von Weserfahrten mit Traditionsschiffen

 

Wir treffen uns im Bürgerhaus Vegesack
am letzten Freitag im Monat um 11 Uhr im Raum E 52
oder in der Signalstation im Stadtgarten Vegesack
Jede/r Interessierte Bürger ist herzlich eingeladen, an den Flussführertreffen teilzunehmen.

Wir sprechen über die nächsten Gäste-Weserfahrten mit Übernachtung auf Traditionsschiffen aus dem Vegesacker 'Haven' und die Zukunft des Vegesacker Museumshafens und die Weiterarbeit der Bremer Bootsbau Vegesack und die Gläserne Werft in Vegesack und die maritimen Denk-Male im Raum Unterweser und das alte Weser-Fort Langlüttjen II u.d andere und die Entwicklung der Seefahrtlogistik und des Containergüterverkehrs, die Nutzungskonzepte der Internationalen Friedensschule u.a. Initiativen für den ehemaligen U-Boot-Bunker in Farge und all so was und über Fakten und Tagesgespräche in Bremen-Nord und umzu.

Wer Zeit und Lust hat, sich an Gesprächen und touristischen Angeboten über die Region Bremen-Nord zu beteiligen sagen wir:
„kiek mol rin!“

Weitere Infos im Internet unter www.traditionsschiffe-vegesack.de
 

Gerd Meyer, Tel. 0421-662115
Email: gerdmeyer@friedensschule-bremen.de

Dieter Meyer-Richartz Tel. 0421-662204

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Lebensgeschichte(n) aus der Seekiste

aufgeschrieben und vorgelesen...

Die 'Flußführer':  Manfred Haarhaus, Albert Koch, Wilfried Plugowsky
                                    Dieter Meyer-Richartz, Hans-Helmut Lühr

musikalisch begleitet von
Jonny Glut, Akkordeon & Gesang

                             'Lebensgeschichte(n) aus der Seekiste'.

Die Flußführerautoren sind 'Se(h)eleute'. Sie haben einen wesentlichen Teil ihres
Arbeitslebens auf Schiffen verbracht, weltweit unterwegs oder am Fluß, bei der Vegesacker
Fischerei oder auf Werften, bei der Feuerwehr oder bei der Wasserschutzpolizei.
Schon vor Jahren hatten sie beschlossen, Geschichten aus dem Arbeitsleben aufzuschreiben,
und sie später auf einem Törn mit Vegesacker Traditionsschiffen vorzustellen.-
in einem 'Unterweser-Lesebuch'.

Die Lebensgeschichte(n) beschreiben in allen denkbaren Facetten, urkomisch oder auch                                     
tragisch verpackt, erlebte Geschichte. Es sind nicht die Geschichten, die schon hundert Mal
erzählt wurden, und sie betrachten die Welt auch nicht mit romantischen Glubschaugen.
Sie reden nicht dauernd von der 'guten alten Zeit', sondern beschreiben realistisch das
persönlich Erlebte in der Sprache des Zeitzeugen - authentisch und ehrlich.
Bei der Lesung im Fährhaus werden die Geschichten von den Autoren vorgetragen.

Die Flußführer wollen versuchen, das Projekt 'Unterweser-Lesebuch' zu realisieren.

             Lebensgeschichte(n) -
             erzählt von Menschen, die heute in Orten an der Unterweser leben
             anhand historischer und aktueller Daten und Fakten


Das Programm dauert ca. 90 Minuten. Danach gibt es Klönschnack & Döntjes.

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    InitiativeRudolf Jacobs
    für eine öffentliche Ehrung
    von Rudolf Jacobs
    in seiner Heimatstadt Bremen

         Rudolf Jacobs       
    *  26.7.1914 in Bremen    +  3.11.1944 in Sarzana/Italien

Eine Nachbetrachtung
zum  ARCHIV-Gespräch der Friedensschule im 'BAMBERGER-Saal'
in Bremen  am 9. Juni 09


Im Begleitprogramm zur Ausstellung
- „Was damals Recht war...“, Soldaten und Zivilisten vor den Gerichten der Wehrmacht -
referierte Gerd Meyer vom Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen'am 9. Juni 09
über die Lebensgeschichte des gebürtigen Bremers Rudolf Jacobs als
       Seemann, Ingenieur, Marineoffizier und als Deserteur und Partisan in Italien
In Italien wurde Rudolf Jacobs nach 1945 vielfach geehrt, in Bremen ist er weitgehend unbekannt geblieben.

Rudolf Jacobs entstammt einer bekannten Bremer Architektenfamilie.
Nach dem Abitur und einer Ausbildung als Seemann Anfang der 30er-Jahre studierte Jacobs Bauwesen und Architektur in Bremen, Hannover und Braunschweig.
Nach einem Einsatz als Ingenieur beim Festungsbau im Elsass (Organisation Todt), wo er jüdischen Kollegen zur Flucht nach Frankreich verhalf, wurde Rudolf Jacobs zur Kriegsmarine eingezogen und am  25. Sept. 1943 als verantwortlicher Marineoffizier (Kapitänleutnant) für den Festungsbau in die Hafenstadt La Spezia/Italien abkommandiert.
Die von deutschen Besatzungstruppen begangenen Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung veranlaßten Jacobs im Herbst 1944, sich den italienischen Partisanen in der Garibaldi-Brigade 'Ugo Muccini' in der Region Sarzana anzuschließen. Am 3. November 1944 wurde Rudolf Jacobs beim Angriff gegen eine Kaserne der italienischer Faschisten im Zentrum der Stadt Sarzana getötet.

Die Gemeinde Sarzana ehrte Rudolf Jacobs nach dem Krieg posthum mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft und brachte am Ort seines Todes, dem zentralen Platz der Stadt, eine Ehrentafel an. Auf dem Friedhof in Sarzana wird sein Ehrengrab gepflegt. Anläßlich des Todestages von Rudolf Jacobs findet in Sarzana jährlich im Nov., unter großer öffentlicher Teilnahme und der Mitwirkung von Schulklassen, eine Gedenkveranstaltung statt. Das italienische Verteidigungsministerium verlieh Jacobs am 24. Juni 1972 die Silbermedaille des Verdienstordens.
2003 wurde in der Stadt Parma eine Straße nach Jacobs benannt. Der Bürgermeister der Stadt hatte den Bremer Bürgermeister, Dr. Henning Scherf, zur Teilnahme an der Veranstaltung  nach Parma eingeladen.
Die Familie Jacobs war seit Ende der 50er-Jahre mehrmals Gast der Gemeinde Sarzana.

In Bremen ist Rudolf Jacobs, der Beschützer der italienischen Zivilbevölkerung  im Raum La Spezia/Sarzana, trotz der jahrelangen Bemühungen der Friedensschule, bisher weitgehend unbekannt geblieben. Doch im März 2007 wurde in Brüssel die Jacobs-Dokumentation des italienischen Autors/Regisseurs Luigi M. Faccini von der EU-Abgeordneten Marta Vincenzi in der Reihe 'Die kleinen Väter Europas' vorgestellt.
An der Veranstaltung nahmen auch die deutschen Abgeordneten Martin Schulz/Vs.SPD-Fraktion und Karin Jöns/MdEP,Bremen teil.

Schon 1984 hatte das ital. Fernsehen (RAI 1) die  90 minütige Filmdokumentation 'Il Tradimento?' (Der Verrat) des Regisseurs A. Giannarelli gezeigt, und in der Presse  gab es über den 'Käpitänleutnant, Deserteur und Partisanen' Rudolf Jacobs (Die Zeit u.a.) mehrere Beiträge. Vielen Menschen in Italien ist sein Name und sein Schicksal bekannt. In Wohnungen italienischer Familien in der Region La Spezia sind Bilder oder Fotos von Rudolf Jacobs zu finden.
Mitglieder der Friedensschule haben seit 1986 vielfältige Formen der Dokumentation  und Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um auf das Leben und Wirken von Rudolf Jacobs  öffentlich aufmerksam zu machen.
    Gespräche mit Zeitzeugen und Historikern  in La Spezia,Lerici, Sarzana und Marzabotto
    Gespräche mit Angehörigen der Familie Jacobs in Deutschland
    Einweihung des 'Casa Marzabotto' mit Vertretern der Gemeinden aus Marzabotto    
    und Sarzana (Dante Cruicchi, Paolo Ranieri ) und Bremens (Hans Koschnick)
    Berichte im 'Freundeskreis Marzabotto' im Bürgerhaus Vegesack
    Berichte vor Campteilteilnehmern in Marzabotto und Bremen
    Teilnahme an Gedenkfeiern in Sarzana und Marzabotto
    Presserichte: WESER-KURIER u.a.
    Fernsehberichte: zuletzt eine DoKu  im Jahr 2005 von But&Bin aus Sarzana
    Ausstellung 'Rudolf Jacobs – ein Sohn dieser Stadt'
    ARCHIV-Gespräche in Bremen (u.a. im Juni 09 im BAMBERGER-Haus in Bremen)
Wir sind der Ansicht, daß das menschliche Verhalten dieses Bremer Bürgers,während der deutschen Besetzung Italiens im 2. Weltkrieg gegenüber der italienischen Zivilbevölkerung, auch in Bremen öffentlich gewürdigt werden sollte.

Die italienische Partnergemeinde Vegesacks, Marzabotto, liegt in der Nachbarschaft von Sarzana und den Hafenstädten La Spezia und Lerici. Die ehemaligen Bürgermeister, Dante Cruicchi in Marzabotto  und Hans Koschnick in Bremen, machten die Teilnehmer der Friedenscamps in Marzabotto und Bremen Mitte der 80er-Jahre  auf das Schicksal des Bremers Rudolf Jacobs aufmerksam.
1989 fuhren  Mitglieder der Friedensschule mit dem in Hamburg lebenden Sohn, Rudolf Jacobs jr.,nach La Spezia, Lerici und Sarzana, und interviewten dort Zeitzeugen 'vor Ort'. Mit der Hilfe von Rudolf Jacobs jr. und in Italien und Deutschland lebenden Historikern und Zeitzeugen wurden Lebensdaten von Rudolf Jacobs geklärt. Schließlich  konnte 1990 im Bürgerhaus Vegesack die Ausstellung „Rudolf Jacobs - Ein Sohn dieser Stadt“ eröffnet werden. Bei der Eröffnung der Ausstellung, und der Einweihung des 'Casa Marzabotto' auf dem damaligen Gelände der Jugendbildungsstätte 'LidiceHaus' in Bremen/Skt. Magnus, waren auch die Bürgermeister und weitere offizielle Vertreter aus den  Gemeinden Marzabotto und Sarzana anwesend.

In Verbindung mit dem Mahnmal des 'Unbekannten Deserteurs', das seit 1986 im Foyer des G.H. Bürgerhauses steht und das damals für heftige öffentliche Reaktionen sorgte, sowie im Zusammenhang der 2009 im Bremer Rathaus organisierten Ausstellung
    'Was damals Recht war ..' - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht -
erscheint den Mitarbeitern der Friedensschule die öffentliche Auseinandersetzung in Bremen mit der Lebensgeschichte von Rudolf Jacobs wichtig.
Marta Vincenci und weitere italienische EU-Abgeordnete sehen in Rudolf Jacobs eine positive Leitfigur für die gemeinsame europäische Kulturgeschichte und Identität. Jacobs gehört für sie zu dem Kreis der 'Väter und Mütter Europas'

Die Mitarbeiter der Friedensschule hoffen, daß sich Lehrer und Schüler auf die 'Spurensuche' begeben, um sich mit dem Leben und den Motiven dieses menschlich handelnden Bremer Bürgers  auseinanderzusetzen.

Wir sind der Ansicht, daß die Stadtgemeinde Bremen eine öffentliche Ehrung für Rudolf Jacobs vornehmen sollte, indem eine öffentliche Namensgebung beschlossen wird (Straße , Platz, Schule o.ä. ). Zu  einer entsprechenden Veranstaltung sollten die Familie Jacobs und Vertreter der betroffenen  italienischen Gemeinden eingeladen werden.

Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen
im G.H. Bürgerhaus Vegesack                        Bremen, den 9. Dez. 09


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Franco-Paselli FriedenspreisKranich

Franco Paselli

war erst 30 Tage alt, als Einheiten der 16. SS-Panzergrenadierdivision 'Reichsführer-SS' unter dem Kommando von SS-Sturmbannführer Walter Reeder am 29.- 30.9.1944 auch in den Gemeinden Marzabotto, Monzuno und Grizzana – in der Region Bologna in Italien - Kriegsverbrechen an der italienischen Zivilbevölkerung verübten.
Über 770 Menschen, darunter weitere neun Angehörige der Familie Paselli, wurden innerhalb der folgenden Tage ermordet.
Der Tod traf fast ausschließlich Kinder, Frauen und ältere Männer.
Trotz dieser von deutschen Soldaten begangenen Kriegsverbrechen wurden nach 1985 die Gemeinde Marzabotto und die im Parco Monte Sole gelegene Friedensschule (Scuola della Pace) zu Partnern der internationalen Friedenscamps und Seminare des Projektes 'Internationale Friedensschule Bremen' im G.H.-Bürgerhaus Vegesack.

1991 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Lidice-Hauses in St. Magnus ein Gästehaus der Jugendbildungsstätte umbenannt in

'Casa Marzabotto' - Franco Paselli

Die öffentliche Namensgebung fand in Anwesenheit von Angehörigen der Familie Paselli, den Bürgermeistern und weiteren Gemeindevertretern aus Marzabotto und Sarzana, über siebzig Mitgliedern des Chores 'Val di Reno', des Bremer Bürgermeisters Hans Koschnick und weiteren Vertretern des Bremer Senats und der Bremen-Norder Beiräte und zahlreichen Mitarbeitern der Friedensschule und Bürgern aus der Region Bremen statt. Leider wurde durch den Umzug des Lidice-Hauses nach Bremen im Jahr 2007 das 'Casa Marzabotto' aufgelöst.
1992 wurde ein offizieller Freundschaftsvertrag zwischen den Gemeinden Marzabotto und Vegesack abgeschlossen. Vertreter der Gemeinden haben sich wiederholt  gegenseitig eingeladen und besucht. Auch Schulklassen, Kulturgruppen und Vereine haben an dem Austausch der Friedensschulen in Bremen und Marzabotto teilgenommen. Seit 1985 haben sich über 1200 junge und ältere Bürger in ihren Gemeinden besucht. Weitaus mehr Menschen haben an den Besucherprogrammen teilgenommen.

2002 hat Bundespräsident Johannes Rau gemeinsam mit dem italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi die Gemeinde Marzabotto und die Friedensschule im 'Parco Monte Sole' besucht. Johannes Rau sprach von 'Trauer und Scham', die er angesichts der von Deutschen begangenen Kriegsverbrechen empfinde.

2007 fand in Marzabotto zunächst das letzte Friedenscamp mit Bremer Beteiligung statt. Seit 1986 hatten wir in den Sommermonaten zweiwöchige internationale Camps, jährlich wechselnd in Marzabotto oder Bremen, für Menschen 'aller Generationen und Kulturen' angeboten. Wochenseminare mit Vertretern anderer Friedensinitiativen finden weiter jährlich in der Friedensschule Marzabotto statt.

Seit 1998 wird der Franco Paselli-Friedenspreis von der 'Internationalen Friedensschule Bremen' an Personen und Institutionen vergeben, die sich in vorbildlicher Weise für die Erinnerungskultur und die internationale Versöhnungsarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur einsetzen.



Friedenspreisträger seit 1998


1998    Friedensinitiative Mladi Most

    in (West-)Mostar/Bosnien-Herzegowina
    Skulptur von Horst Gollek

1999    Klaas Touber

    Almere, Holland
    überlebender Häftling des A+E Lagers Farge 
    Skulptur von Horst Gollek

2000    Rolf Rübsam

    Lehrer und Historiker, Bremen
    und
    Andre Migdal, + 20.2.2007 in Paris
    ehemaliger Häftling des KZ-Neuengamme / AK Farge
    Überlebender des Todesmarsches im April 1945
    Skulpturen von Adolf Ebner

2001    Bürger der Comune Marzabotto in Italien

    und
    Fritz Stein, + 21.2.2003 in Bremen
    Bildhauer
    Fritz Stein gestaltete auch das Mahnmal 'Vernichtung durch Arbeit'
    für die Opfer beim Bau des U-Boot-Bunkers in Farge
    Skulptur von Klaus Siegert, +Jan.07 in Bremen

2002    Ewald Hanstein, + 4.9.2009 in Bremen

    ehemaliger Landesvorsitzender der
    im Lande Bremen lebenden Sinti und Roma,
    überlebender Häftling u.a. im KZ-DORA/Nordhausen
    und
    Rainer Habel p.m., +26.2.2002 in Bremen
    ehemaliger Landesvorsitzender der AVS in Bremen
    
    Die Preise wurden im Rahmen der 2. 'Cantate pour la Vie'
    im Bunker Farge und der Netzwerktagung
    der Friedensschulen     und Initiativen in Bremen
    am 5. Mai 2002 übergeben 
    Skulpturen von Klaus Siegert (+ Jan. 2007) und Adolf Ebner

2003    Amicale Belge de Neuengamme

    und die
    Friedensinitiative
    Nordbremer BürgerInnen gegen den Krieg


2004    Friedenspreis wurde nicht vergeben

2005     Ursula Kongi

    für den Freundeskreis Marzabotto in Bremen
    Skulptur von Klaus Schiesewitz

2006    Friedenspreis wurde nicht vergeben

2007    Dr. Klaus Volland

    Leiter der Dokumentationsstätte Sandbostel
    Stellv. Vorsitzender des Vereins Doku- und Gedenkstätte
    Sandbostel e.V, bis 2007 Lehrer am Gymnasium Bremervörde
    und
    Anna Dainesi
    Überlebende der deutschen Kriegsverbrechen
    im Oktober 1944 in Marzabotto/Italien.
    Seit dem ersten Friedenscamp im Jahr 1985 ist Anna Dainesi
    mit ihrer Familie uns freundschaftlich verbunden.
    Skulpturen von Adolf Ebner

2008    Dr. Ernst Uhl

    Initiator der Lidice-Initiative Bremen
    Ehrenbürger der Gemeinde Lidice / Tschechien
    Skulptur von Adolf Ebner

2009    Robert Milbradt

    und
    Eike Hemmer
    Ehemalige Betriebsräte  des Stahlwerks Bremen
    Gründer einer betrieblichen Geschichtsgruppe und
    Buchautoren von Dokumentationen über den Bau des
    Bunkers 'Hornisse' und des Schicksals von Zwangsarbeitern
    auf der damaligen 'Norddeutschen Hütte'
    Skulpturen von Adolf Ebner



Der Kranich als Glücks- und Friedenssymbol


Die Kranich-Skulpturen für den Friedenspreis werden von Mitgliedern der Metallwerkstatt im G.H.-Bürgerhaus Vegesack angefertigt. Sie lassen sich inspirieren vom Modell der Kranich-Skulptur, die der am 21.2.2003 verstorbene Künstler Fritz Stein aus Bremen 1998 entworfen hatte.
Fritz Stein war Mitglied im Kuratorium des Projektes 'Internationale Friedensschule Bremen' und erhielt 2001 den Friedenspreis – gemeinsam mit den Bürgern der Gemeinde Marzabotto in Italien.
1998 gewann Fritz den Kunstwettbewerb der Friedensschule, in dem die beste Gestaltungsidee des Kranichs als Friedenssymbol gesucht wurde.
Eine große Metallskulptur des Kranichsymbols befindet sich seit dem 8. Mai 2001 vor dem Eingang des G.H.-Bürgerhauses Vegesack an der Kirchheide. Sie wurde von den Mitgliedern der Metallwerkstatt im Bürgerhaus Vegesack hergestellt.

Der Kranich ist das Friedenssymbol des

Berliner Kinder-und Jugendensembles 'SADAKO'

und wurde mit dessen Zustimmung von der Internationalen Friedensschule Bremen übernommen. Der Chorleiter des Ensembles SADAKO, der Komponist Michael Letz, komponierte 2000 zur 'Cantate pour la Vie' die Musik. Der Text stammt von dem ehemaligen Farger Lagerhäftling André Migdal. André wurde 2000 der Friedenspreis verliehen. Er ist am 20.2.2002 in Paris verstorben. 
In den Jahren 2000 und 2002 wurde die Cantate vom Chor SADAKO und mehr als 100 mitwirkenden Künstlern im Bunker Farge aufgeführt (CD 'Cantate pour la Vie').

Der Name 'SADAKO' geht zurück auf das beim US-Atombombenangriff auf Hiroshima am 6. August 1945 tödlich verstrahlte Mädchen

Sadako Sasaki,  *7.1.1943,  + 25.10.1955

Sadako versuchte, 1000 Kraniche mit Hilfe der Origami-Technik zu falten. Sie glaubte einer japanischen Legendenerzählung, dass sie dadurch überleben würde. Sadako starb jedoch am 25. Oktober 1955, nachdem sie über 643 Papierkraniche gefaltet hatte.

Der Kranich wurde zu einem weltweit bekannten Friedenssymbol.


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